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Endstation Web-TV? E-mail
Thursday, 10 September 2009
alt Um die Möglichkeiten zur Vermarktung unabhängiger digitaler Fernsehsender drehte sich die Diskussion mit Experten aus der Ersten Liga der deutschen Medienwirtschaft beim 12. Medienfrühstück von PROdigitalTV in Berlin.

Rosig ist ihre Lage nicht – viele mittelständische TV-Anbieter suchen ihre Zukunft inzwischen im World Wide Web anstatt auf den Plattformen von Kabelnetz- und Satellitenbetreibern. Grund dafür ist neben den hohen Einspeisegebühren vor allem auch die nach wie vor schlechte Auffindbarkeit der kleinen digitalen Sender - und damit der fehlende Nachweis einer werberelevanten Reichweite. Das drückt auf die Erlöse – und damit auf die Überlebensfähigkeit vieler mittelständischer Medienunternehmen.

Eine rasche Umsetzung der Digitalisierung aller Fernsehhaushalte in Deutschland sei die Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der unabhängigen, kleinen Programmanbieter, betont Kai Flatau, Medienanwalt und Geschäftsführer von PROdigitalTV. Mit diesem Anliegen werde man weiterhin versuchen, die entsprechenden politischen Ebenen zu erreichen, um die Existenz der kleinen, zur programmlichen Vielfalt beitragenden Sender zu sichern – und mit ihnen Arbeitsplätze im vierstelligen Bereich. Die jetzt diskutierte Abschaltung der analogen Satellitenübertragung zum Frühjahr 2012 sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings müsse die Digitalisierung des Kabels rasch nachfolgen, um positive Effekte für die Medienwirtschaft zu erzeugen.

Die Frage, ob die kleinen Programmangebote das klassische TV überspringen, da es dort kein funktionierendes Erlösmodell für sie gibt, wird so lange gestellt werden müssen, wie die Zugangschancen zu den großen Plattformen Kabel und Satellit nicht gerecht verteilt sind. Das Ausweichen ins Web als Playout ist daher für mittelständische Programmanbieter eine logische Konsequenz.

"Wir haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht", sagt Dr. Carl Claussen, Vorsitzender des Vorstands von PROdigitalTV und geschäftsführender Gesellschafter von Tier.TV. "Innerhalb kurzer Zeit konnten wir nach unserem Wechsel vom klassischen Fernsehen ins Web die beiden größten Vermarkter von unserem Programm überzeugen. Das beweist, dass Programmangebote mit einer spitzen Zielgruppe sehr wohl im Markt eine Chance haben – mit einem alternativen Geschäftsmodell und anderen Meßmethoden."

Quelle: PROdigitalTV - Interessengemeinschaft Digitale Medien e.V.

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