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WebTV macht Produzenten unabhängig und Marketing erfolgreich |
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Tuesday, 23 June 2009 |
Dem Fernsehen und seinen klassischen Verbreitungsformen ist mit dem Internet eine starke Konkurrenz erwachsen. Gleichzeitig wird die Produktion von audiovisuellen Inhalten einfacher. Das hat Folgen für das Verhältnis von Sendern und Produzenten. Während eines vom VFFVmedia e.V. veranstalteten Workshops stellten Experten beim 21. medienforum.nrw verschiedene Geschäftsmodelle für WebTV vor und diskutierten über die Chancen, die eine sich ändernde Medienlandschaft bietet.
Die Zeit ist nicht mehr fern, in der sich in den Wohnzimmern eine Entertainment-Plattform befindet, auf der Fernsehprogramme klassischer Form empfangbar sind und zusätzlich Inhalte des Internets verfügbar sind. Michael Wurzer, Geschäftsführer von very.tv, hält die Phase der Konvergenz von TV und Internet für überholt. Seiner Meinung nach hat es inzwi-schen schon eine Art Fusion gegeben. Parallel habe sich das Medienverhalten vor allem der jüngeren Zuschauer zugunsten von Online-Angeboten verändert. Das allein aber sei nicht der einzige Grund für das große Entwicklungspotenzial von WebTV, erklärte Wurzer. Die Kombination von Video und Online-Verbindung sei insbesondere für die Werbewirtschaft interessant, weil WebTV geringe Streuverluste und eine zielgruppengenaue Werbung er-mögliche.
WebTV ist als Marketing-Instrument ein bereits funktionierendes Geschäftsmodell im Internet. Lars Reckmann, Geschäftsführer der Bavaria Film Interactive GmbH, beschrieb, wie sich dadurch das Tätigkeitsfeld für Produzenten erweiterte. Ein fertiges Produkt gebe es in dem Sinne nicht mehr. Vielmehr verlangten die Auftraggeber eine kontinuierliche Optimierung ihres Marketinginstruments TV im Internet. Ein im Internet genauer als im klassischen Fernsehen messbares Zuschauerverhalten mache solch eine Optimierung erst möglich. „Das ist die Quote 2.0, die ich als Produzent mitliefern muss“, betonte Reckmann und wies darauf hin, Filmproduzenten müssten sich in Zukunft als Full-Service-Anbieter verstehen. Es gehe nicht mehr darum, nur Content anzubieten, sondern ein Gesamtkonzept für die Umsetzung eines WebTV-Angebotes zu entwickeln. Dazu gehöre etwa auch, das Portal für den Content zu gestalten.
Für Daniel Sonderhoff, Inhaber von gassi-tv.de, und Axel Link, Geschäftsführer von TV Link GmbH & Co KG, stand ein Emanzipationsgedanke am Anfang ihrer WebTV-Aktivitäten. Beide betonten, dass sie als kleine Produzenten endlich von der Redakteursentscheidung in einem Sender unabhängig seien. Es lohne sich nicht mehr für einen Sender zu produzieren, wenn sämtliche Rechte am eigenen Produkt per Buy-out verloren gingen. Deshalb sind Sonderhoff und Link von Fernsehproduzenten zu Generalunternehmern geworden. Weil WebTV-Programme sich angesichts kleiner Zielgruppen nicht allein durch Werbung finanzieren lassen, setzen die meisten Unternehmen der jungen Branche auf Mischkalkulationen. Sponsoren seien dann eine Möglichkeit der Refinanzierung, Merchandising-Produkte eine andere. Eine präzise umrissene Zielgruppe erleichtere die Erschließung zusätzlicher Einnahmen.
Solche Erlöse möchte Uwe Richterich, Geschäftsführer der JPP Medien GmbH, mit dem WebTV-Angebot seiner Firma, das sich rund um das Thema Autos dreht, zwar auch er-schließen. Angewiesen ist sein Unternehmen darauf aber nicht. Den Umsatz garantierten weiterhin klassische Imagefilme für die Automobilindustrie, erklärte Richterich. WebTV sei deshalb zunächst eine Art „Abfallprodukt“ gewesen, was aber nicht abwertend gemeint sei. Auch für WebTV gelte im Übrigen, dass für einen Erfolg Programminhalte mit Qualität entscheidend seien. Es sei deshalb unumgänglich, auch in die Beschäftigung von Menschen zu investieren, die hochwertige Inhalte produzieren können.
Quelle: medienforum.nrw
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